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THW-Thema
 

Sondereinheiten - Einsatz-Sicherungssystem (ESS)

Das ESS im Einsatz (Bild: THW / Hohage)
Arbeitsweise des ESS (Skizze: THW / Rühl)

Bei regelmäßigen Gesprächen und Erfahrungsaustausch zwischen den Ortsverbänden, die sich verstärkt mit dem Thema Abstützen befassen wurde immer wieder auch die Frage nach der Gebäudeüberwachung diskutiert. Es ist leicht nachvollziehbar, daß von einem (teil-) einsturzgefährdeten Gebäude bis zur Sicherung mittels des Abstützsystems Holz (ASH) oder Einsatz-Gerüstsystems (EGS) eine unmittelbare Gefahr für die Helfer ausgeht. 

Herkömmliche Verfahrensweisen durch Markierung mit Gips o. ö. sind sicherlich besser als gar keine Überwachung, sind aber dennoch in Genauigkeit und Reaktionszeit sehr begrenzt. Das Einsatz-Sicherungssystem (ESS) dient dem Schutz der Helfer in einem Einsatz, indem es die Bewegung gefährdeter Abschnitte wie Deiche, Hänge (Erdrutsche) und einsturzgefährdeter Gebäudeteile mittels Lasertechnik überwacht. Diese Technik ist aus dem Steinkohlebau bereits bekannt, die Software wurde aber speziell für den Einsatz im Katastrophenschutz optimiert.  

Das System kann, sobald es eingerichtet ist bis zu 12 Meßpunkte selbstständig überwachen – und das in einer Entfernung bis zu 2 km. Darüber hinaus kann die Verbindung zwischen Notebook und Tachymeter auch über eine Funkstrecke erfolgen. Die Grenzwerte, bei denen ein Alarm gegeben wird, sind einstellbar und richten sich nach den baulichen Gegebenheiten. Aus dem Grunde ist grundsätzlich in jedcem ESS-Team, das aus drei Helfern besteht, ein Baufachberater vorhanden. Der Alarm letzlich kann sowohl optisch, akustisch wie theoretisch auch als SMS ausgegeben werden. 

Kern der Ausrüstung ist ein vom Vermessungswesen her bekanntes Tachymeter sowie ein Notebook mit der speziell dafür entwickelten Software. Zur Ausstattung gehören daneben Stative, Akkus, optische und akustische Alarmgeber, 2m-Funkgeräte, ein GPS-Gerät und mehr. Die gesamte Ausstattung ist in 5 Alukisten verlastet, die auch für den Lufttransport geeignet sind. 

Das System befindet sich zur Zeit im Auftrag der THW-Leitung in den Ortsverbänden Berchtesgadener Land und Remscheid in der Entwicklung und der abschliessenden Erprobung. Während der Erprobungsphase, die 2006 begonnen hat kann das System über die Landesverbände Bayern und Nordrhein-Westfalen angefordert werden. Bayern deckt dabei den Bereich südlich einer Linie Frankfurt/Main - Hof ab, während Nordrhein-Westfalen für den nördlichen Bereich zuständig ist. 

Der erste spektakuläre Einsatz des Systems erfolgte durch den OB Berchtesgadenber Land nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall Anfang 2006. Mittlerweile wird das ESS immer häufiger angefordert, wobei gerade auch die Feuerwehren großes Interesse an dieser Technik zeigen.

Weitere Informationen hierzu findet man unter http://www.thw-ess.de.

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